Den Tränen nahe

Es ist der 2. September 2017 und ich stehe in einem fremden Haus, in dem meine Gastgeberin noch schläft. Um genauer zu sein in Reutlingen bei Stuttgart. Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und somit war ich froh, dass ich über Couchsurfing.com einen trockenen Platz gefunden habe. Auch jetzt ist draußen immer noch alles nass, da es seit zwei Tagen nur geregnet hat. Mein Fahrrad steht im Garten und ich habe das Gefühl, es fühlt sich genauso schlecht wie ich. Es geht nämlich wieder zurück nach Hause.

Abreise

Keine leichte Entscheidung

Schon vor Tagen habe ich überlegt meine Tour abzubrechen, da ich eigentlich zu einem Arzt müsste wegen einem Check up. Aber das gute Wetter hatte mir bisher immer schnell meine Besorgnis vertrieben und ich bin weiter gefahren, da es mir körperlich auch gut ging. Jetzt bin ich allerdings kurz hinter Stuttgart und mir wird klar, je weiter ich fahre, desto schwieriger wird es auch, zurück nach Hause zu kommen. Also entweder unterwegs zum Arzt gehen oder die Reise abbrechen.

Schwere Entscheidung

Für mich hat es sich dann sinnvoller ergeben, zurück nach Stuttgart zu radeln und den Flix Bus nach Hause zu nehmen. Auf der Fahrt nach Stuttgart habe ich wirklich neben mir gestanden und war den Tränen nahe. Irgendwie hat es sich schon angefühlt, als würde ich aufgeben. Aber als ich dann im Bus war, ging mir noch mal die ganze Reise durch den Kopf. Ich musste an all die schönen Momente und die hilfsbereiten Menschen denken. Dadurch habe ich dann wieder etwas positiver denken können und schließlich heißt es ja nicht, wenn ein Abenteuer endet, dass dann kein Neues nachkommt.

Natürlich hat das Wetter auch dazu beigetragen meine Reise erst mal auf Eis zu legen, aber auch nach 1800 Kilometer musste ich auch mal wieder meine Batterien aufladen. Somit habe ich mich dann schon auf mein eigenes Bett gefreut.

Flixbus Es geht nach Hause

Zurück zu Hause hat sich erst mal alles etwas komisch angefühlt. Das hat wahrscheinlich auch daran gelegen, weil ich noch nicht „bereit“ dazu war. Bei meinem Check Up ist zum Glück alles gut verlaufen und brauche mir nun keine Sorgen mehr zu machen. Klar könnte ich mich jetzt auch ärgern, dass ich hätte weiterfahren können. Aber ich denke, manche Dinge sollen einfach so sein, und wenn ich mir gerade das Wetter anschaue, bin ich froh Daheim zu sein. Ich genieße es gerade den Luxus meiner eigenen Wohnung, eine warme Dusche nachdem Biken zu haben oder, dass ich einfach meine Klamotten direkt waschen kann.

Komischerweise ist das Wetter seitdem ich zurück bin total schlecht und kalt geworden. Ich hatte schon damit geplant, meine Tour fortzusetzen. Aber mittlerweile gehen mir noch viele andere Dinge durch den Kopf. Es gibt so viele Möglichkeiten. Soll ich im Winter auf eine Skihütte arbeiten? Oder doch lieber nach Australien fliegen? Aber als Mountainbike-Guide zu Arbeiten wäre natürlich auch mega  Ach ja und wieder mal durch Asien zu reisen wäre auch toll. Wie ihr seht, geht mir einiges durch den Kopf. Für was werde ich mich entscheiden? Es bleibt spannend 😉

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% S Kommentare
  1. Patrizio sagt

    Hi Caro. Ja manchmal si d Gewisse Entscheidungen schwer. Aber ich denke Du hast toll Gehandelt und aus der sicher nicht Einfachen Situation das beste daraus gemacht. Ging mir auch schon so. Aber Kopf hoch Irgendwo geht immer wieder ein Türchen auf. Und ich weis von was ich rede. In diesem sinne, mach weiter so, Du machst das echt toll.
    Grüsse aus der Schweiz……Patrizio

    1. MTB Travel Girl sagt

      Hey Patrizio,
      vielen Dank für deine lieben Worten. Da hast du recht. Danke dir 🙂

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